Die FabrikGalerie der LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG lädt zur Eröffnung der Einzelausstellung ›Stille Geometrie‹ der Künstlerin Christiane Kaufmann ein. Die Ausstellung bildet den Auftakt der Kunstveranstaltungen im 70. Jubiläumsjahr von LAUDA und eröffnet zugleich die Reihe ›Art After Work‹ im Jahr 2026. Die Vernissage findet am Mittwoch, den 11. Februar um 17:00 Uhr statt, die Ausstellung ist bis 30. März 2026 zu sehen.
Die 1983 in Deggendorf geborene Künstlerin absolvierte von 2005 bis 2010 ein Studium der Kunstpädagogik bei Alexander Glas und Karl Schleinkofer an der Universität Passau. Anschließend studierte sie von 2010 bis 2014 Freie Malerei bei Professor Thomas Hartmann an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und schloss als Meisterschülerin ab. Seit 2016 lebt und arbeitet Christiane Kaufmann in Aschaffenburg. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Neuen Museum Nürnberg, im Museum Moderner Kunst Passau, in der Kunsthalle Messmer in Riegel am Kaiserstuhl sowie im Museum Otto Schäfer in Schweinfurt ausgestellt. 2021 wurde sie für den Internationalen André-Evard-Preis für konkret-konstruktive Kunst nominiert.
Christiane Kaufmanns Arbeiten basieren auf mathematisch konstruierten Formen und stehen der Konkreten Kunst nahe. Jedoch bricht sie deren rigorose Eliminierung menschlicher Schaffensspuren auf, da durch die mit freier Hand gezogene Linienführung minimale Variationen im Gefüge entstehen. In den Arbeiten aus der Serie ›Hommage to Truchet‹ beschäftigt sich die Künstlerin mit dem mathematischen Prinzip der Truchet-Fliesen. Der französische Mathematiker Sébastien Truchet erforschte bereits 1704 die nach ihm benannten Fliesen – quadratische Elemente, die entlang ihrer Diagonale geteilt sind und zwei verschiedenfarbige Dreiecke enthalten.
Christiane Kaufmann entwickelt dieses Prinzip in ihren Zeichnungen weiter und erkundet das Spannungsfeld zwischen Punkt, Linie und Fläche, zwischen mathematisch strenger Ordnung und vibrierender Lebendigkeit. Durch die stete Wiederholung handgezogener, gerader Linien aus einem Punkt heraus erfasst sie den meditativ-zeitlichen Aspekt des Zeichenprozesses. Jede der Linien ähnelt der vorangegangenen, ist jedoch niemals eine perfekte Kopie. So wird der konkret-konstruktiven Ordnung eine menschliche Variation eingeschrieben, die den Arbeiten ihre besondere Präsenz verleiht.
Die einzelnen geometrischen Formen sind so angeordnet, dass sie optische Illusionen ergeben, die von in sich ruhenden Ordnungen bis zu gegenläufigen Bewegungsmomenten reichen. Die Farben – vorwiegend Blau- und Grüntöne – und fächerartigen Linienstrukturen unterstützen dieses Illusionsgefüge. Blau ist für Christiane Kaufmann die Farbe der Stille, der Konzentration und des Denkens, während Grün eine Geborgenheit in sich trägt, die ein gegenläufiges Zusammenspiel mit den blauen Farbtönen ergibt.
Das mathematische Prinzip der Truchet-Fliesen spielt auch beim Arbeitsprozess eine große Rolle. Christiane Kaufmann entwirft von Hand einzelne Elemente, in denen sie das Zusammenwirken der Farbfläche und der Linienstruktur erkundet. Diese werden digital vervielfältigt und zu unterschiedlichen Anordnungen kombiniert, die ihrerseits die Grundlage für die von Hand gezeichneten Arbeiten liefern. Ihre Kunst bildet somit einen Kontrapunkt zur Digitalität, bewegt sich aber zugleich in deren Kontext – zwischen analoger und digitaler Sphäre sowie zwischen Mensch und Maschine.
Die Ausstellungseröffnung am 11. Februar 2026 ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich, wir freuen uns über zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Anzahl der Teilnehmenden an der Eröffnung aus Platzgründen begrenzt ist, daher bitten wir um vorherige Anmeldung.