›REINER HEIDORN – THE PATH IN‹

Hidden Path © Reiner Heidorn

Die LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG lädt zur dritten Ausstellungseröffnung des Jahres in die LAUDA FabrikGalerie ein. Im Rahmen der erfolgreichen Veranstaltungsreihe »Art After Work« wird am Mittwoch, 3. Juni 2026, um 17:00 Uhr die Ausstellung »The Path In« des Malers Reiner Heidorn eröffnet. Die Ausstellung ist bis zum 23. Juli 2026 zu sehen.

Reiner Heidorn (Jahrgang 1966) lebt und arbeitet in Weilheim in Oberbayern. Als Autodidakt hat er über Jahrzehnte ein malerisches Werk entwickelt, das konsequent zwischen naturwissenschaftlicher Beobachtung und abstrakter Expressivität vermittelt. Kunsthistorisch dem »Neo-Expressionist Bio-Divisionism« zugeordnet, verbindet seine Bildsprache pointillistische Strukturen mit dem Formenrepertoire der biologischen Mikroskopie.

Das Herzstück seines Schaffens bildet die selbst entwickelte Technik »Dissolutio« – vom Lateinischen für Auflösung und Verschwinden. Ausgangspunkt sind mikroskopische Aufnahmen pflanzlicher Zellstrukturen und Süßwasserorganismen, die Heidorn in großformatige Ölgemälde überträgt. Flach auf dem Boden ausgelegt, werden die Leinwände Schicht für Schicht mit Ölfarbe, Terpentin und Leinöl bearbeitet. Durch gezieltes Gießen und Setzen von Farbsprenkeln entsteht eine dichte, vibrierende Oberflächenstruktur: Tausende winziger Pigmentpunkte ordnen sich zu schwebenden Farbfeldern, die Assoziationen an botanische Mikrowelten, Gewässerökosysteme und zelluläre Netzwerke wecken. Klassische Schallplattenmusik begleitet diesen Prozess und bildet einen bewusst gesetzten Gegenpol zur physischen Intensität des Malens.

Charakteristisch für Heidorns Arbeitsweise ist der bewusste Regelverstoß: Er mischt Farben direkt auf der Leinwand, kombiniert Pigmente ohne konventionelle Vorbereitung und integriert das, was klassische Ölmaltechnik als Fehler definiert – Blasen, Krater, unkontrollierte Farbverläufe. Indem er natürlichen Prozessen Raum lässt und die Kontrolle über das Material partiell abgibt, macht er Vergänglichkeit und Wandel selbst zum Bildinhalt. »Ich beginne damit, Tausende von Punkten zu gießen und zu erzeugen, um ein ›Universum‹ zu schaffen, das mir eine Art psychische Erholung bietet«, beschreibt Heidorn seinen Ansatz.

Die chromatische Struktur seiner Gemälde ist dabei keine dekorative Entscheidung: Dominante Grüntöne, angereichert mit Blau und Ocker, fungieren als malerische Zeugen spezifischer Ökosysteme. Kritiker sprechen von einer Farbigkeit, die in der Tradition Hölderlins Natur als »gesegnetes, tiefes Leben der Welt« begreift und im Betrachter ein Gefühl unerwarteter Zärtlichkeit auslöst. Heidorns monumentale Formate sind als programmatische Setzung zu verstehen: Die immersive Wirkung der übergroßen Leinwände soll die Betrachtenden in ein körperliches Verhältnis zur dargestellten Naturwelt setzen – und dabei die eigene Bedeutungslosigkeit als Moment der Befreiung erfahrbar machen.

International wurde Heidorns Werk in bedeutenden Kunsträumen gezeigt: Einzelausstellungen führten ihn unter anderem an den Giudecca Art District in Venedig, die LeiXiang Gallery in Taipeh, die Bill Lowe Gallery in Atlanta sowie nach Dubai, São Paulo und Paris. In jüngerer Zeit war er mit Einzelpräsentationen in der Galerie Benjamin Eck in München, der ›Aussenstelle Kunst‹ in Wien sowie im Botanischen Garten München vertreten. Darüber hinaus erhielt Heidorn ein Studiosupport-Stipendium der Bayerischen Staatsregierung und nahm an internationalen Artist-in-Residence-Programmen in Italien teil, zuletzt 2025 bei ExtrArtis in Sorrent.

Die Ausstellungseröffnung am 3. Juni 2026 ist für die Öffentlichkeit zugänglich, wir freuen uns über zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Anzahl der Teilnehmenden an der Eröffnung aus Platzgründen begrenzt ist, daher bitten wir um vorherige Anmeldung.

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