›EDITH HULTZSCH – KAIROS‹

Muleta, Werkverzeichnis 16072 © Edith Hultzsch

Die FabrikGalerie der LAUDA DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG lädt zur Eröffnung der Ausstellung ›Kairos‹ mit Werken der Künstlerin Edith Hultzsch ein. Sie bildet die zweite Kunstveranstaltung der Reihe ›Art After Work‹ im 70. Jubiläumsjahr von LAUDA und präsentiert einen umfassenden Querschnitt durch das Schaffen der 1908 in Berlin geborenen und 2006 verstorbenen Malerin. Die Vernissage findet am Mittwoch, den 8. April 2026 um 17:00 Uhr statt. Dr. Günter Hultzsch, Großneffe der Künstlerin und Verwalter des Nachlasses, wird bei der Eröffnung anwesend sein. Die Ausstellung ist bis 27. Mai 2026 zu sehen.

Edith Hultzsch studierte von 1930 bis 1932 an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg, eine von Bruno Paul gegründete, durch das Bauhaus inspirierte Kunsthochschule, bei den bedeutenden Künstlern Emil Orlik und Hans Meid. Sie gehörte von 1940 bis 1954 dem Verein der Berliner Künstlerinnen an, dem ältesten heute noch existierenden Zusammenschluss bildender Künstlerinnen in Deutschland, in dem unter anderem Käthe Kollwitz als Lehrerin wirkte und Paula Modersohn-Becker Schülerin war. Nach dem Krieg lebte Hultzsch zunächst in Minden, wo sie Malunterricht gab, ab 1952 dann in Düsseldorf, wo sie bis 1995 ihr Atelier führte. Sie hatte eine Dozentur für figürliches Zeichnen an der Volkshochschule Düsseldorf und lehrte von 1963 bis 1965 an der Düsseldorfer Werkkunstschule.

Ihr Werk wurde zu Lebzeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt: in Galerien, Kunstvereinen, Museen und Instituten in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Argentinien. Eine besondere Auszeichnung erhielt sie 1981, als sie als erste nichtspanische Künstlerin den Plakatwettbewerb zur Fiesta Sanfermin in Pamplona gewann. Von 1967 bis 1972 tourte eine große Wanderausstellung unter dem Titel ›Taureaux‹ durch 25 Städte. 1974 drehte das Westdeutsche Fernsehen ein Porträt über ihre Arbeit.

Der Ausstellungstitel ›Kairos‹ bezieht sich auf den griechischen Gott des günstigen Augenblicks, des rechten Zeitpunkts – und trifft damit den Kern von Hultzschs künstlerischem Schaffen. »Mein Anliegen ist die Darstellung von Bewegung«, beschrieb die Künstlerin selbst ihr zentrales Thema. Ihre Tuschpinselzeichnungen in Schwarzweiß, Gouachen auf Papier und Ölbilder auf Leinwand zeigen Sport, Tanz und vor allem den Stierkampf. Es ist der flüchtige Augenblick, den sie meisterlich und mit großer stilistischer Originalität einzufangen weiß. Die Pinselzeichnungen entstanden direkt in den Sportstätten, beim Tanz oder in der Stierkampfarena – ohne spätere Nacharbeit oder Korrektur im Atelier. »Ich konnte dem Zwang zu skizzieren nie widerstehen«, charakterisierte Hultzsch 1984 ihren Schaffensprozess.

Studienreisen führten die Künstlerin 1955 und 1957 in den Vorderen Orient und später alljährlich nach Südfrankreich in die Camargue sowie nach Spanien und Portugal – der Stiere, des Stierkampfs und der Pferde wegen. Sei es beim Bogenschießen, Fußball, Tennis, Polo, Basketball oder Fechtsport, beim Tanz oder in der Stierkampfarena – Edith Hultzsch gelang es, jede schnelle Aktion, jeden typischen Bewegungsablauf in ein charakteristisches Bild zu fassen. Dabei ging es ihr darum, »das, was Bewegung ausmacht, auf das Wesentliche zu reduzieren«. Diese eindrucksvolle Unmittelbarkeit macht die besondere Qualität ihrer Arbeiten aus.

Neben der Malerei entstanden zahlreiche Entwürfe für die Architektur. Neunzehn Projekte wurden realisiert, darunter Glas- und Betonglasfenster, Wandgestaltungen, Mosaiken, Plastiken und Brunnen für die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen. Diese Arbeiten erhielten verschiedene Preise bei Kunst am Bau-Wettbewerben. Ihre Werke befinden sich heute im Besitz der Bundesregierung und des Landes Nordrhein-Westfalen, im Besitz mehrerer Städte sowie in Museums- und Privatbesitz des In- und Auslandes.

Die Ausstellung in der LAUDA FabrikGalerie bietet die Gelegenheit, das fast vergessene Werk dieser außergewöhnlichen Künstlerin wiederzuentdecken und die Meisterin des Kairos in ihrer ganzen künstlerischen Vielfalt kennenzulernen.

Die Ausstellungseröffnung am 8. April 2026 ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich, wir freuen uns über zahlreiche Besucherinnen und Besucher. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Anzahl der Teilnehmenden an der Eröffnung aus Platzgründen begrenzt ist, daher bitten wir um vorherige Anmeldung.

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