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Hay Yan Waldmann-Wang
Kontrast: "Abstrakte und Realistische Bilder"
01.06.2000 - 31.07.2000
Hay Yan Waldmann-Wang aus Shanghai arbeitete nach ihrem Studium als Künstlerin und Dozentin an der Forschungsakademie für Kunst beim Kultusministerium der Volksrepublik China. Im Rahmen eines Forschungsprogramms über chinesische Kunstgeschichte und Malerei erkundete sie deren Beziehung zur westlichen Kunst. In Deutschland, genauer gesagt in Niederstetten, lebt Frau Waldmann-Wang seit acht Jahren als freie Künstlerin. Dass sie gerade im Taubertal "hängen blieb", begründet sie mit der Faszination, die Landschaft, Menschen und Kultur des Taubertals von Anfang an auf sie ausübten.
Ein zusätzliches Studium absolvierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Sie sieht ihre Zeichnungen als Bindeglied zwischen der traditionellen chinesischen Seidenmalerei und der modernen westlichen Malerei. Hay Yan Wang malt sowohl sehr abstrakte als auch sehr realistische, gegenständliche Bilder. Diesen scheinbaren Kontrast erklärt die Künstlerin mit den unterschiedlichen Phasen, in denen sie ihre Bilder fertigt oder eben mit den verschiedenen Impressionen, die im Alltag auf sie einwirken. Bilder, die sie zum Beispiel zwischen Frühjahr und Sommer malt, werden meist eher realistisch, vor allem dann, wenn ein Motiv aus der Natur das Bild bestimmt.
Regt sie dagegen ein Konzert oder eine Fernsehsendung zum Malen an, so entstehen meist abstrakte Bilder, wobei Waldmann-Wang gleich hinzufügt, dass ihre künstlerische Sprache mehr in den abstrakten Bildern zum Ausdruck kommt. Gegenständlich zu malen sei ihr auf Dauer zu einfach, da sie bei realistischen Bildern nicht wie bei abstrakten nach der adäquaten Ausdrucksform in Farbe und Gestalt suchen muss. Sich selbst kann die Künstlerin also bei abstrakten Bildern mehr einbringen. Da spielt sie dann auch mit Formen, aber vielmehr mit Farben. Und gerade ihre Farbkombinationen sind es, welche allgemein als äußerst faszinierend empfunden werden. Die Vorliebe der Künstlerin, in ihren Gemälden auch kräftige Farben und kontrastreiche Farbkombinationen zu verwenden, wurde, als sie noch in China malte, als westlich orientiert empfunden. Die Vermischung der europäischen und chinesischen Malkunst begann also nicht erst mit ihrem Wechsel nach Deutschland, sondern war schon früh vorgezeichnet.
Frau Waldmann-Wang malt zu etwa 70 Prozent auf chinesischem Papier, da dies nur aus Naturmaterialien gefertigt wird. Ihre Farbenwahl fällt nicht nur auf solche chinesischer Herkunft, sondern auch auf Seidenmalerei-, Aquarell- und Ölfarben, kurz - auf jede Farbe, die für sie sprechen kann. Ein einprägsames Beispiel für ihre Aussage ist der Zyklus "Liebliches Taubertal", in dem sie bekannte Motive, wie das viel gemalte Rothenburg, auf eine sehr eigenständige Weise darstellt. Ihre Motive nimmt sie mit den Sinnen auf, verarbeitet sie innerlich und gibt sie schließlich in einer gänzlich persönlichen Art wieder.
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