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Michael Hofmann

Blickfang

01.12.2005 - 31.12.2005

Dresden und die Nähe zu dieser Stadt bedeuten, so scheint es, für einen Künstler, einer Tradition verpflichtet zu sein, in der viele Jahrhunderte hindurch Maler, Dichter und Denker, Baumeister und Musiker Bemerkenswertes geschaffen haben. Einer, der in dieser Tradition der Sachsen mit ihren vielfältigen Begabungen, Talenten, Ideen und Visionen steht und arbeitet, ist Michael Hofmann. Seine Holzschnitte und Collagen nehmen mit ihrer Bewegtheit, ihrer Farbigkeit und Themenvielfalt den Blick des Betrachters gefangen, und so steht denn auch über der Ausstellung, die bis in den Januar 2006 hinein in der LAUDA FabrikGalerie zu sehen ist, beziehungsreich und vieldeutig das Wort “Blickfang”. Die Vernissage war wieder einmal ein rundum ergötzlicher und inspirierender Abend. Michael Hofmanns Bilder sind von ebenso fröhlicher wie ernsthafter Lebendigkeit, weshalb er auch von seinen Freunden der “Fröhlich-Ernsthafte” genannt wird. Denn sanft und heiter sind die Szenen aus seiner Heimat Radebeul bei Dresden, die Elbaue, das Belvedere, die Weinberge an der Elbe, seine Stilleben. Die zuweilen strenge oden gar harte Linienführung des Holzschneidens wird immer wieder durch die Poesie seiner Farben und den Schwung seiner feinen und lebhaften Bewegungen aufgelöst. Seine Spanienbilder mit so klangvoller Beschreibung wie “Grandiosa Corrida de Toros” erinnern an Picassos genialen Pinselstrich, mit dem, wie auch bei den Holzschnitten von Michael Hofmann, auf wenig und Wesentliches reduziert, ein dennoch ungemein scharfes Bild entsteht. Nicht politisch und nicht sozialkritisch wie bel dem großen HAP Grieshaber sind die Engel von Michael Hofmann, sondern anmutige Gestalten, wachsame Begleiten des Menschen, Schutzengel. Sie sind wie auch der Tod, dem Hofmann den Schrecken nimmt, weil er ihn als wichtigen Teil des Lebens sieht, zentrale Themen. Seine Glasfenster, die er für zahlreiche Kirchen und Gemeindehäuser schuf, sind weitere Zeugnisse seiner vielgefächerten Arbeitswelt. Kantig und plakativ ist die Serie der Flötenspieler so, wie der bekannte Dresdener Holzschneider Conrad Felixmüller in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts zahlreiche seiner prominenten Zeitgenossen porträtierte. Hofmann erzählt in seinen Bildern Geschiechten - leicht und farbenfroh, klar, heiter und oft augenzwinkernd, aber auch geheimnisvoll, mit einer versteckten Botschaft, einer Aussage, die es zu entdecken, zu enträtseln gilt. Wollte man das Wort neben das Bild stellen, um es zu beschreiben, reichte es von zarter Lyrik bis zur sprachgewaltigen Ballade. Die Begeisterung fur das eigene Metier und für den Künstlerkollegen war zu spüren, als Norbert Gleich, Vorsitzender des Kunstkreises Lauda-Königshofen, die Figuren- und Landschaftswelt des Michael Hofmann vonstellte. 1944 in Chemnitz geboren, kam er üiber eine Lehre als Reproduktionsfotograf zum Kunststudium in Dresden und Leipzig und wusste mit dem Abschluss des Diploms, dass der Schwerpunkt seines Schaffens die Malerei, den Farbholzschnitt auch die Gestaltung von Glasfenstern sein würde. Themen des Alltags, die alle eine vielfältige Interpretation zulassen, sind Sujets seiner Arbeit. (Auszug: Kerschkowsky)

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