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Manfred Riedl

Landschaft in souveräner Bildgestaltung

01.08.2001 - 30.09.2001

Manfred Riedls künstlerischer Schaffensweg begann im Alter von 14 Jahren mit einer Textilzeichnerlehre in Auerbach im Vogtland, dem folgten ein Kunstschulbesuch in Plauen mit anschließender Entwerfertätigkeit in der Plauener Spitzenindustrie. Von 1952 bis 1957 absolvierte Riedl ein Malereistudium an der Kunsthochschule für bildende Künste Dresden bei Prof. Fraaß und Prof. Bergander. Seit 1957 war er Mitglied des Verbandes bildender Künstler der ehemaligen DDR. Er war freischaffend tätig und stellte seine Werke in vielen sächsischen Städten aus. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. der Kunstpreis des Bezirkes Karl-Marx-Stadt, wurden ihm verliehen. Als Dozent übermittelte er seine künstlerischen Fähigkeiten an der Fachhochschule für angewandte Kunst Schneeberg. Sein Schaffen ist allgegenwärtig. Manfred Riedl, Jahrgang 1924, verstarb am 3. Juni 1999 kurz vor Vollendung seines 75. Geburtstages an seiner Wohn- und Arbeitsstätte in Auerbach im Vogtland. Auffällig und bemerkenswert an der künstlerischen Ent-wicklung von Manfred Riedl ist, dass er bereits ein halbes Jahrzehnt nach Abschluss seines Hochschulstudiums seine eigene unverwechselbare Handschrift gefunden hatte und diese beharrlich weiter ausbaute und kultivierte. Sein Hauptthema war von Beginn an die Landschaft seiner Vogtländischen Heimat und des benachbarten Erzgebirges, der er sich bis zum Lebensende voll verbunden fühlte. Manfred Riedl durchstreifte zu allen Jahreszeiten, ob bei beginnender Schneeschmelze oder bei Einbruch kälterer Witterungszeiten, die bewaldeten Höhen, bis er interessante bildwürdige Einblicke auf Täler und Dörfer oder spannungsvolle Fernblicke auf Höhenzüge fand. Ohne zu skizzieren, hielt er seine Motive, die er mit künstlerischen Augen empfand und erlebte, gleich auf kleinen oder mittleren Formatflächen fest. Hierbei bemühte er sich, durch Vereinfachung der Formen bis hin zu geometrisch wirkenden Flächen und durch eine begrenzte Palette jenen Form- und Farbzusammenhang zu erzielen, der eine ausdrucksstarke Bildeinheit ermöglichte. Gebogene und zum Teil spiralförmig verlaufende Feldbegrenzungen, Wege oder Straßen führen die Augen des Betrachters ins Bild. Büsche, Bäume, Gebäude, Masten oder Schornsteine als raumbildende Elemente oder Akzente lassen uns die Weite und Tiefe der Landschaft erleben. Freie oder bewaldete Hänge in ihrer abfallenden oder ansteigenden Linienführung begrenzen die Bildkomposition. Das bevorzugte Farbenpaar ist Blau oder Grün zu Orange oder Umbra mit gelegentlichen Rotakzenten. Hinzu kommt das fleckhafte Weiß, das auch zum Aufhellen und Brechen der Farben Verwendung findet. Die Ölmalerei mit einem pastosen Farbauftrag als Primamalerei kam der Eigenart des Künstlers entgegen, die Motive aus kontrastierenden Formen und farbigen Flächen zu bauen. Die großzügige Malweise hatte ihn auch folgerichtig zu Aquarell geführt. Seine lockere, bewegte und sichere Pinselführung sowie die Souveränität in der Bildgestaltung sind bewundernswert. Ein Beweis dieser Verbundenheit und Liebe zur Natur sind die farbenprächtigen Aquarelle von Blumen und Pflanzen, die in der FabrikGalerie ausgestellt sind. Man entdeckt und erkennt beim Betrachten, wie er die Formen und Farben aufgespürt hat, sie in ihrer Kontrastfreudigkeit auf die Bildfläche gemalt, gespachtelt und getupft hat und damit uns ihre Fülle, ihren Reichtum und ihre Pracht vor Augen führt. Manfred Riedl besaß ein eigenes Vokabular von persönlich erarbeiteten Gestaltungsmitteln, einen individuellen Form- und Farbkanon sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten, damit schöpferisch umzugehen und hierbei immer wieder neue kompositorische Varianten zu ent-decken. Seine Bilder betrachtete er als eine Art Botschaft, den Mitmenschen die Welt in ihrer farbigen Poesie zu zeigen. Kraftquell für ihn war die Natur in ihrer einzigartigen Vielfalt, in ihrer ständigen Veränderung als unverzichtbares, ästhetisch-künstlerisches Erlebnis. Riedl war von seiner Mission zutiefst erfüllt, mit wachen Augen sensibel um sich zu schauen, sich an der Natur zu erfreuen und die seltenen Augenblicke von faszinierenden einmaligen Stimmungen zu entdecken und diese mit seinem persönlichen Farbempfinden zu malen.

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