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Die Blechschmidts
Vogtländer Künstlerehepaar kreiert “Licht- und Lebensspuren”
01.08.2003 - 30.09.2003
Die aktuelle Doppelausstellung des Vogtländer Künstlerehepaars Regina und Wolfgang Blechschmidt in der FabrikGalerie der Firma LAUDA DR. R. WOBSER weist mit abstrakten Stilmitteln auf aktuelle Themen hin.Mit unterschiedlichen Mitteln arbeiten die beiden Künstler das Thema Licht auf. Bei Regina Blechschmidt finden wir das Licht in der Raumtiefe. Ein Netz von Linien, die räumlich gestaffelt sind, versperren uns den Zugang. Wir ahnen das Licht im Unendlichen. Bei Wolfgang Blechschmidt befindet sich Licht auf der Oberfläche. Kleine und kleinste Strukturen nehmen Licht auf und reflektieren es. Bei den Künstlern gibt es viele Gemeinsamkeiten. Trotzdem sind die Ausdrucksweisen individuell. Auffallend ist die Ästhetik, eine starke Zurückhaltung, was Farben und Kontraste betrifft, die sich auch auf die Auswahl der Rahmen erstreckt. Jedes Motiv verlangt den spezifischen Rahmen - eine Eigenheit, die oft wenig Beachtung findet und in dieser Ausstellung perfekt und glücklich gehandhabt wird.
Wolfgang Blechschmidt hat ein Faible für zarte Farben. Es dominiert ein warmes, vornehmes Grau - zumeist bis zum Weiß gesteigert. Mit einer einzigen Ausnahme, es handelt sich um das Bild “Krieg”. Es ist ein extremes Hochformat in den Farben Gelb über Orange, Rot bis zu einem bedrückenden Rostrot. Es beginnt mit einer in sich ruhenden homogenen Gelbfläche, die im oberen Bereich durch zwei übergedruckte, rechteckige Formen eine Nuance dunkleres Gelb besitzt. Darüber folgt das schwefelgelbe Zentrum. Es ist wie im Kernpunkt einer Explosion, alles drängt nach außen. Darüber gelagert, bedrohlich, unheimlich, unheilverkündend ein Rauchpilz, welcher das Format im oberen Bereich sprengt. Wolfgang Blechschmidts weitere Suche nach Lebensspuren sehen wir täglich an alten Häuserfassaden. Zumeist werden diese Relikte aus alter Zeit geflissentlich als Schandflecke in unserer immer schöner werdenden Umgebung angesehen und neu verputzt. Blechschmidt macht uns nun auf den ästhetischen Reichtum aufmerksam: Ganze Generationen haben ihre Spuren hinterlassen. Diese Schichten, die er wie mit einem Seziermesser bloßlegt, rückt er so wieder in unser Bewusstsein. Nicht, dass er die Putz- und Mauerreste konserviert und uns in einem Rahmen präsentiert, sondern indem er die Situation nachstellt, erfindet er die Strukturen neu und kommt so zu einem abstrakten Realismus.
Bei Regina Blechschmidt finden sakrale Elemente, wie zum Beispiel Kirchenportale, Glasfenster oder Klostergänge, Eingang in ihre Bilder. So kommt das Kreuz als Sinnbild des Leidens in mehreren Varianten vor. Es erscheint meist hellgelb in der symmetrischen Mitte. Die Dunkelheit befindet sich mehr in den Randzonen des Bildes, durch viele Linien überlagert. Diese Strukturen sind mit äußerster Vehemenz formuliert. Man spürt das Tempo, die Kraft und Leidenschaft in diesen Linien. Sie haben innere Spannung, weil sie zumeist gegenläufig sind. Sie treffen in einem Winkel von 90Grad aufeinander und bilden somit wieder viele Kreuze. Auch Ihre Plastiken zeigen die Wechselbeziehung zwischen Licht und Schatten auf. Dabei werden auch hier sakrale Themen ebenso wie menschliche Empfindungen in abstrakter Weise umgesetzt. So fühlt der Betrachter der “Madonna” die Geborgenheit des ausgebreiteten Mantels, doch auch spürt man ebenso eine große Verlassenheit. Die verschlungenen Wege der Keramiken“Bindungen” lassen den Kampf und die Harmonie erahnen. Auch der Schmerz des gepeinigten “Königs” wird beim Betrachten sichtbar.
Das in Falkenstein im Vogtland geborene und jetzt wieder beheimatete Künstlerehepaar hat einen wechselvollen Weg hinter sich. Regina Blechschmidt war, als gelernte Textilzeichnerin und mit dem Studium “Angewandte Kunst” in Schneeberg, als Designerin in der VEB Plauen tätig. Nach dem Umzug nach Baden-Württemberg 1989 unterrichtete sie in der Jugendkunstschule Offenburg. Nach der Gründung ihres eigenen Keramikateliers im Jahr 1997 in Falkenstein ist sie seit drei Jahren freischaffend.Wolfgang Blechschmidt beschäftigte sich schon seit 1963 mit Malerei und Grafik. Der seit 1982 freischaffende Künstler schloss sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ab. Nach dem Umzug nach Baden-Württemberg war er Dozent an der Jugendkunstschule Offenburg sowie an der VHS Offenburg im Bereich Malerei und Grafik für Erwachsene. Trotz des Wohnortswechsels nach Falkenstein im Jahr 1998 blieb er Offenburg als Dozent an der dortigen Kunstschule im Bereich Malerei und Grafik erhalten.
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