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Berthold Dietz
Nicht Kunst um der Kunst willen
01.08.2004 - 30.09.2004
Die neue Ausstellung in der LAUDA FabrikGalerie DR. R. WOBSER GMBH & CO. KG fällt, das muss man schon sagen, etwas aus dem Rahmen. Dort sind nämlich einmal nicht dem Trend der Zeit folgend anheimelnde Landschaften, symbolträchtige Rate-Konstrukte oder das Auge fesselnde Farb- und Formspiele zu sehen. Nein, bei Berthold Dietz, dem Lichtentanner Bildhauer und Grafiker, steht noch der Mensch im Mittelpunkt.
Berthold Dietz wurde 1935 in Zwickau geboren und absolvierte von 1949 bis 1955 eine Steinmetz-und Bildhauerlehre. Von 1952 bis 1955 besuchte er die Zwickauer Mal- und Zeichenschule bei Prof. Carl Michel. Im Anschluss nahm Dietz ein Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden auf. 1960 beendete er bei Prof. W. Arnold das Studium als Diplom-Bildhauer. Seit dieser Zeit lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler in Lichtentanne. Dietz gehört mittlerweile zum Urgestein bildkünstlerisch Schaffender im ostdeutschen Kultur- und Kunstraum.
Seit über fünf Jahrzehnten ist er schöpferisch tätig. In scheinbarer Stille und Zurückgezogenheit hat er ein künstlerisches Werk geschaffen, in einer Fülle und Vielfalt und Qualität ohne spektakuläre und vordergründigen Szenarien. Dietz ist bekennender Christ und hält damit in seiner Kunst nicht hinter dem Berg. Christliches Ethos, handwerkliche Gediegenheit, Optimismus und Lebensbejahung und der Hang zum Lyrischen bestimmen das Schaffen des Künstlers. Sein Anspruch auf Lebenshilfe ist auch Credo seiner Kunst. Nicht der Kunst willen Kunst machen – sondern Kunst zum Nachdenken, zum Hinterfragen, zur Freude und zur Erbauung, menschliche Werte und Würde zeigen und auch Freude sichtbar werden lassen. Archaische Formen und Figuren entstehen unter seinen Händen, voller Kraft, spannungsvoller Dynamik und auch statischer Ruhe, grazil erscheinend und auch raumergreifend in den Himmel stossend. Er entwickelt Formen, die der Natur in Ehrfurcht nahe sind. Die lesbar bleiben und durch Kenntnis und Erfahrungen von Leiden und Freuden des menschlichen Daseins zeugen, Lebensfreude, Trauer und Mitgefühl ausdrücken und so zu monumentalen Spiegelbildern unserer Gesellschaft werden können. In zahlreichen Personalausstellungen konnte Berthold Dietz seine plastischen und bildhauerischen Arbeiten präsentieren. Mit Werken nahm er an verschiedenen Gemeinschaftsausstellungen u. a. in Dresden, Magdeburg, Rostock, Moskau, Prag, Sofia, Paris, Amsterdam, Oslo und Montpellier teil. Viele Arbeiten befinden sich im öffentlichen Bereich, so unter anderem in Zwickau, Chemnitz, Erfurt, Plauen, Gera und Hoyerswerda. Eine der größten Herausforderungen der vergangenen Jahre stellte für den überzeugten Christen mit Sicherheit die Teilnahme am Wettbewerb für das Berliner Holocaust-Denkmal dar. Sein Entwurf sah eine Plattform mit einer Seitenlänge von 65 Metern vor, in die reliefartig eine Landkarte von Europa eingearbeitet war. Im Zentrum sollte ein elf Meter hoher Pavillon stehen. Unter dessen Dach, dem er die Form eines Davidsstern gab, wollte Dietz eine Gruppe von sieben Juden platzieren. Zu seinem Bedauern fand dieser Vorschlag bei der Jury keine Mehrheit.
Die Ausstellung in der LAUDA FabrikGalerie zeigt einen kleinen, aber eindrucksvollen Querschnitt seines umfangreichen Schaffens. Kleinplastiken und Entwürfe für monumentale Skulpturen, farbige Handzeichnungen von figürlichen Gruppenkompositionen und sehenswerte Aquarelle von seinen Studienreisen.
Unser Foto zeigt den Diplom-Plastiker Berthold Dietz in der LAUDA FabrikGalerie an der Terrakottaplastik "Kleine Nachdenkende", an der Bronzeplastik "Schulterwurf" sowie an seiner Plastik aus "Weissem italienischem Mamor". Die Darstellung zeigt "Mose mit den Gesetztafeln".
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