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Werner Krug
"Minoische Visionen" Landschaften einmal anders
01.08.1999 - 30.09.1999
Werner Krug wurde im Jahre 1947 in Tauberbischofsheim geboren. Als Kunsterzieher und praktizierender Künstler hat er sich schwerpunktmäßig der Malerei verschrieben. Die Themenbereiche seiner gedanklichen und malerischen Auseinandersetzung, die in der FabrikGalerie LAUDA DR. R. WOBSER dem Besucher in den Monaten September und Oktober 1999 gezeigt werden, sind weit gespannt.
"Spiegelungen" nennt sich beispielsweise eine Serie von sieben großformatigen Bildern. Sie zeigen eine neue Art der Auseinandersetzung des Künstlers mit den vier bestimmenden Elementen unseres Daseins. Visionen von Himmel, Erde, Wasser und Licht. Wir sind Teil des Raumes zwischen Himmel und Erde und können nur in der Harmonie mit jenen leben. Die Bilder sind aus dem Bedürfnis heraus entstanden, Teil dieser Harmonie in und mit der Natur zu sein.
Die Landschaft wird zum Sinnbild des Lebens. Sie spiegelt seine Zustände: Licht und Schatten, Leichtigkeit und Schwere und alles dazwischen, die Übergänge nämlich, die Zwischenräume, die Stadien des Daseins. Im Fließen vereinigen sich Himmel, Wasser und Erde zu einer imaginären Welt. In ihr spiegelt sich der innere Zustand zwischen Mensch und Natur. Beide sind darin durch immergeltende Kräfte und Gesetze verbunden, deren Beachtung Voraussetzung für das Gleichgewicht des Lebens ist. Erst in der Stille und Weite von licht- und schattengeformten Flächen lösen sich Spannungen, versöhnen sich Gegensätze.
Ruhe füllt die Leere des Raumes und schafft die Harmonie, die unser Leben braucht. Technisch sind diese Arbeiten (Öl auf Tempra lasiert) das Ergebnis eines langwieriegen Prozesses, der über die Stadien des Farbfotos und erster Pastellstudien schließlich zum eindrucksvollen Endergebnis führt. Die Farbigkeit der Bilder ist sehr reduziert, fast monochrom und doch sehr lebendig. Düstere, ins Schwarze hineinspielende Blau- und Grüntöne schaffen im Zusammenspiel von stark herausgearbeiteten Helldunkel-Kontrasten eine dynamische Atmosphäre, eine Welt, in der eine Stimmung von Kälte und Verlassenheit herrscht.
Der Künstler Krug lässt sich jedoch nicht nur von der Natur oder Landschaft inspirieren. Wuchtige archaische Bauwerke tauchen beispielsweise schemenhaft in den in ockergelbes Licht getauchten "Minoischen Visionen" auf, den Früchten eines Kreta-Aufenthaltes. So spiegelt sich in den Formen und Farben der ausgestellten Bilder und Plastiken die eigentlich unsichtbare Innenwelt der jeweiligen Person wider, die dieses Gebilde nach dem inneren Auge schufen. Die so sichtbar gewordenen Bilder sind daher Spiegel und Fenster zu der Gedankenwelt jedes Einzelnen. Sie stellen letztlich die subjektiven Erfahrungen und Antworten zu unserer erlebten, uns sichtbaren Welt dar und sind damit erlebte Realität.
Diesen philosophischen Hintergrund verarbeitet der Künster in seiner Malerei und wird in Reiseimpressionen, Naturkompositionen oder in der Auseinandersetzung mit zeitkritischen Themen umgesetzt. Den Versuch, seine erlebten Impressionen über das Erleben der Welt in Worte zu fassen, hat er mittlerweile sehr erfolgreich in zwei Büchern niedergeschrieben, die im Frankonia Verlag erschienen sind.
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