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Chinesische Kunst
"Kulturelle Brücke ins Reich der Mitte"
10.12.2002 - 31.01.2003
Ausstellungseröffnung mit einer "Charme-Offensive”
Chinesische Kunst in der ,,FabrikGalerie” der Firma Lauda / Einblick in fernöstliche Kalligraphie
Lauda. China ist ein wichtiger kommender Markt für die deutsche Wirtschaft. Da liegt es nahe, dass sich ein Unternehmen wie LAUDA Dr. R. Wobser, das seit mehr als zehn Jahren mit Partnerfirmen im "Reich der Mitte" präsent ist, auch für die Kultur des fernöstlichen Landes interessiert und mit einer Ausstellung "Zwischen Tradition und Moderne” chinesische Kunst in der FabrikGalerie ausstellt: Bilder und Skulpturen, fremd und exotisch und in ihrer Einfachheit, Ästhetik und Poesie wohltuend für die Sinne des Betrachters.
Die 25 Objekte der acht chinesischen Künstler, die alle zwischen 30 und 40 Jahre alt sind, zeigen, wie stark sie fast alle im traditionellen Verständnis von Kunst und Techniken verwurzelt sind. Wie sehr sich China lange Zeit fremden Einflüssen verschlossen hat und wie wenig die Malerei verschiedener Epochen Eingang gefunden haben in das Kunstleben Chinas. So ist in dieser Ausstellung eindringlich zu sehen, wie Tradition, Philosophie, Gelehrsamkeit und Weisheit Asiens Charakter und Gefühlswelt eines Künstlers beeinflussen und formen können und in sein Werk einfließen.
Die Chinesin Kexin Ju, die als selbstständige Wirtschaftsberaterin geschäftliche Beziehungen zwischen deutschen und chinesischen Firmen vermittelt, als Dolmetscherin und Übersetzerin tätig ist und darüber hinaus zwischen beiden Ländern kulturell Brücken bauen will, hat “ihre” Ausstellung auch in die “FabrikGalerie” nach Lauda gebracht. Lebhaft und engagiert sprach Kexin Ju bei der Eröffnung über die Kunst, die außer Gefühlen und Empfindungen auch “ganz andere menschliche Aspekte zum Ausdruck” bringe und “Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung, des Zeitgeistes und gemeinsamer Gefühle der Menschen ist - egal welcher Herkunft und Kultur”.
"Hohes traditionelles Bewusstsein und sozialkritischer Geist" zeichne die Vertreter unterschiedlicher Kunstschulen Chinas aus und mache ihre Philosophie deutlich, die auf dem Taoismus basiere. Die Leere, vor allem in der chinesischen Tuschmalerei
- das Fehlen eines Hintergrundes, weiße Stellen und der Blick ohne Perspektive - bedeute das Loslassen von allen Belastungen der irdischen Welt und die Verinnerlichung von Geschautem und Erlebtem. Dieses Verschmelzen von realen und inneren Bildern leite die Denkweise von Künstlern, Dichtern und Philosophen Chinas und zeige sich besonders deutlich in der Kunst der Kalligraphie.
In der Art der Schriftzüge, in der Beherrschung des Pinsels bekundete der Schreiber "seine hohe Gesinnung, die Lauterkeit seines Charakters und den Grad seiner Bildung" warum im alten China die Beherrschung der Kalligraphie Voraussetzung für den Zugang zu allen hohen Staatsämtern gewesen sei. So werde auch heute noch von Schülern erwartet, seinen individuellen Ausdruck zurück zu halten, sich an großen Vorbildern zu schulen und erst mit der Zeit seinen persönlichen Duktus zu entwickeln. Liebenswürdig erklärte Kexin Ju das vielfältige Handwerkszeug der Kalligraphen und Maler und machte an Beispielen einzelner Bilder die "Handschrift” der Künstler sichtbar.
Ihr klares einwandfreies Deutsch überraschte die Besucher der Ausstellungseröffnung. Die Spur einer Erklärung führt nach Lauda, denn Kexin Ju war einige Jahre Schülerin des Sinologen Dr. Hans-Joachim Wolf, der in Lauda lebte und aufwuchs und der fünf Jahre lang an der Universität in Chonquing in der Provinz Setschuan Deutsch lehrte. Hier wurde ihre Neugier auf Deutschland und ihre Liebe zur deutschen Sprache geweckt. So verließ sie schon 1985 China, studierte an den Universitäten in Würzburg und Erlangen-Nürnberg Germanistik und Betriebswirtschaftslehre, heiratete einen deutschen Mann und lebt heute in Neustadt an der Weinstraße.
Auf wunderbare Weise wurde ihr feines Sprachempfinden ergänzt durch die Musik der Chinesin Pan Jing, die kraftvoll und anmutig zugleich der Pipa, einem alten chinesischen Saiteninstrument fremdartig-vertraute Klänge entlockte. Anmutig, elegant und ungemein virtuos war ihr Spiel, wenn sie auf dem, einer Laute ähnlichen, Instrument mit zarten Fingern die Saiten zupfte, schlug, manchmal nur betupfte, leicht zum Klingen brachte oder kräftig hinein griff oder das Holz sachte trommelte. Und so entsandten sehr poetische Klangbilder, leicht wie das Rauschen eines Sommerregens, geheimnisvoll wie das Öffnen einer Blüte, das Gemälde einer Eisblume am Fenster, eine "Mondnacht im Frühling”, so hieß das letzte Lied ihrer Zugabe, die sich ein begeistertes Publikum erklatschte.
"So, mit einer geballten Charme-Offensive, kam China nach Lauda”, wie Dr. Gerhard Wobser mit einem großen Herzen für die Kunst und sein ehrgeiziges Projekt, die "FabrikGalerie” anmerkte. Die achte Vernissage seit Entstehung der Galerie im Jahre 1995, beschließt das Ausstellungsjahr 2002, das im Wechsel wieder mehrere Künstler präsentiert hat. In enger Zusammenarbeit mit dem Kunstkreis Lauda-Königshofen sei es das Ziel der "FabrikGalerie”, so Dr. Wobser, besonders auch Künstlern dieser Region ein Forum zu bieten, durch das sie ihre Arbeit darstellen können. Mit einem Teil dieser Arbeiten wird auch der Kunstkalender gestaltet, den die Firma LAUDA jetzt zum vierten Mal herausgibt und dessen Verkaufserlös dem Verein "Hilfe für Kinder in Not” Lauda zugute kommt.
Da es eines der Unternehmensziele von LAUDA Dr. R. Wobser ist, mit China als künftigem Markt und starkem Handelspartner die Kontakte enger zu knüpfen, sei es ihm Anliegen und besondere Freude gewesen, als Höhepunkt 2002 die Bandbreite zeitgenössischer chinesischer Kunst vorzustellen und damit ein Land ins Blickfeld zu rücken, mit dem man in Deutschland immer häufiger in Berührung kommen wird, sagte Dr. Wobser. Vor allem die Belegschaft des Unternehmens, aber auch die Galeriebesucher der Region könnten sich so einem Land und seiner Kultur annähern, das noch immer zu den geheimnisvollen Entdeckungen Asiens gehöre.
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