Glossar Temperiergeräte

Glossar Temperiergeräte

ACC-Bereich (Active Cooling Control) nach DIN 12876

ist der Arbeitstemperaturbereich bei Betrieb mit aktiver Kältemaschine. Bei allen LAUDA Geräten entspricht der Arbeitstemperaturbereich dem ACC-Bereich.

Anzeigeauflösung

wird bezüglich der digitalen Temperaturanzeige des Istwertes angegeben und gibt die Temperaturdifferenz zwischen zwei direkt aufeinander folgenden Zahlen an.

Bad-Umwälz-Thermostat

ist ein Badthermostat mit einer Umwälzpumpe für geschlossene oder offene externe Kreisläufe.

Badöffnung

ist die nutzbare Fläche, die für Direkttemperierungen zur Verfügung steht, in der Regel auf der gesamten Nutztiefe.

Badthermostat

Ist ein Thermostat, der mit einem Badgefäß zur Aufnahme des zu temperierenden Objektes ausgestattet ist. Die eingebaute Umwälzpumpe dient zum Durchmischen der Temperierflüssigkeit, kann jedoch bei Bedarf die Flüssigkeit durch einen externen geschlossenen Kreislauf befördern, z. B. beim Anschluss von Durchlaufkühlern.

Badtiefe

ist die Gesamtabmessung von der Oberkante bis zum Boden des Badgefäßes.

Badvolumen (auch Füllvolumen)

ist das Volumen der Temperierflüssigkeit, das zum bestimmungsgemäßen Betrieb des Thermostaten im Bad erforderlich ist. Angegeben werden meist die erforderliche Mindestmenge und die zulässige Höchstmenge. Die Differenz ist das Ausdehnungsvolumen, welches die Wärmeausdehnung der Temperierflüssigkeit aufnehmen muss. Besonders groß ist das Ausdehnungsvolumen bei den Prozessthermostaten.

Betriebstemperaturbereich

ist der Temperaturbereich, der durch die zugelassene niedrigste und höchste Betriebstemperatur begrenzt ist. In der Regel wird er nur für Wärmethermostate angegeben, deren Arbeitstemperaturbereich durch Zusatzgeräte auf tiefere Temperaturen erweitert werden kann.

Druckpumpe

dient zur Umwälzung der Temperierflüssigkeit in einem externen, geschlossenen Kreislauf und zur Durchmischung der Flüssigkeit im Bad.

Durchlaufkühler

ist ein Zusatzkühler, der im externen Kreislauf zwischengeschaltet wird und den Wärmethermostaten zum Wärme-Kälte-Thermostaten erweitert. Er ersetzt die Wasserkühlung oder dient zum Erreichen tiefer Temperaturen (bis zu -40 °C mit dem DLK 45/DLK 45 LiBus).

Durchsichtthermostat

ist ein Badthermostat mit durchsichtiger Vorder- und Rückwand zur Beobachtung
des Temperierobjektes, vorzugsweise eines Viskosimeters. Badthermostate mit durchsichtigen Kunststoffbädern werden als Thermostaten mit Transparentbad bezeichnet.

EasyUse Bedienung (Proline)

Entleerungshähne, Rollen und Griffe für mehr Mobilität, doppelte Pumpenabgänge, um zwei Verbraucher parallel anschließen zu können, Umschaltung der Umwälzung (Bypass), abnehmbare Fernbedieneinheit Command und schneller Wechsel der benötigten Schnittstelle.

Eigentemperatur

ist die Betriebstemperatur eines Wärmethermostaten, die bei ausgeschalteter Heizung erreicht wird. Sie ist abhängig von der Pumpenleistung, der verwendeten Temperierflüssigkeit und der Isolation des Thermostaten. Erst circa 3 °C oberhalb der Eigentemperatur beginnt der Arbeitstemperaturbereich.

Einhängethermostat

ist ein Thermostat, der mit einem beliebigen Badgefäß kombiniert wird. Er wird mit einer Schraubklemme an der Badwand oder an einem Stativ befestigt.

Einstellauflösung

ist bei einer digitalen Sollwerteinstellung die Differenz zwischen zwei direkt aufeinander folgenden Sollwerten.

Eintauchkühler

ist ein Zusatzkühler, der über einen flexiblen Schlauch mit einer Kühlspirale zum Eintauchen in beliebige Bäder verbunden ist.

Externregelung

Die Temperatur des Thermostaten wird über einen im externen Verbraucher angeschlossenen Temperaturfühler geregelt. Der eingestellte Sollwert wird mit dem Istwert im externen Verbraucher verglichen und im Thermostaten nachgeregelt. Je nach Betriebstemperatur, Isolationsverlusten und Exothermie kann die Badtemperatur deutlich über oder unter dem Sollwert liegen.

Förderdruck

ist der Überdruck der Umwälzpumpe eines Thermostaten direkt am Druckstutzen, gemessen mit Wasser. In den Tabellen wird der maximale Förderdruck bei Förderstrom null angegeben. In den Diagrammen wird der Förderdruck in Abhängigkeit vom Förderstrom dargestellt.

Fördersog

ist der Sog der Umwälzpumpe (Varioflex- oder Duplexpumpe) direkt am Saugstutzen, gemessen mit Wasser. In den Tabellen wird der maximale Sog bei Förderstrom null angegeben. In Diagrammen wird der Fördersog in Abhängigkeit vom Förderstrom dargestellt.

Förderstrom

ist das von der Umwälzpumpe geförderte Flüssigkeitsvolumen pro Zeiteinheit, gemessen mit Wasser. In den Tabellen wird der maximale Förderstrom bei Gegendruck null angegeben. In den Diagrammen wird der Förderstrom in Abhängigkeit vom Förderdruck angegeben.

Heizleistung

ist die maximale elektrische Leistung des installierten Heizkörpers bei der angegebenen Nennspannung. Die Heizleistung wird bei LAUDA Thermostaten nach Bedarf geregelt.

Kalibrierthermostat

ist ein Badthermostat mit besonders hoher Temperaturkonstanz und besonders gleichmäßiger räumlicher Temperaturverteilung. Er wird vor allem für die Kalibrierung und Justierung von Prüflingen im Bad eingesetzt.

Kältekaskaden

Wenn mit Kompressionskältemaschinen Temperaturen unter -50 °C erzeugt werden sollen, sind zur Überbrückung der Differenz zwischen der Kaltseite (Verdampfungsdruck) und Warmseite (Kondensationsdruck, z. B. Raumtemperatur) zweistufige Kälteanlagen in Kaskadenschaltung erforderlich. Die Hochdruckstufe überbrückt die Temperaturdifferenz von etwa Raumtemperatur bis z. B. -40 °C. Die Tieftemperaturstufe sorgt für die Endtemperatur z. B. -90 °C.

Kälteleistung

ist die effektiv im Kältethermostaten oder Umlaufkühler zur Verfügung stehende Leistung. Verluste durch die Umwälzpumpe sowie eindringende Wärme sind bereits in Abzug gebracht.

Kältemittel

befindet sich im Kreislauf des Kälteaggregats und entzieht der Temperierflüssigkeit Wärme, wenn das komprimierte Gas im Verdampfer expandiert und verdampft.
LAUDA verwendet ausschließlich absolut ozonunschädliche Kältemittel mit ODP gleich null (ODP: Ozone Depletion Potential, Ozonzerstörungspotenzial). In einigen LAUDA Thermostaten kommen natürliche Kältemittel zum Einsatz. Natürliche Kältemittel sind natürlich vorkommende, nicht-synthetische Stoffe. Diese besitzen neben einem ODP von null auch ein sehr niedriges GWP (global warming potential, Treibhauspotential).

Kältethermostat

ist ein Thermostat, dessen Arbeitstemperaturbereich unterhalb der Umgebungstemperatur liegt

Kryomat

für Direkttemperierung im Bad mit unterschiedlichen Badgrößen, Kälte- und Pumpenleistungen.

Normen

Die Sicherheitsbestimmungen für elektrische Laborgeräte sind in den Europäischen Normen EN 61010-1 und EN 61010-2-010 festgelegt. Die Begriffe und die Bestimmung der Kenndaten sind in DIN 12876 beschrieben. EMV-Anforderungen sind in EN 61326 festgelegt. Je nach Gerätefunktion werden weitere Normen herangezogen.

Nutztiefe

ist die im Badthermostaten für Direkttemperierung zur Verfügung stehende maximale Flüssigkeitstiefe.

PowerAdapt System (Proline)

Die maximal mögliche Heizleistung wird so weit genutzt, wie es das Netz zulässt. Vorteil: bis 3,5 kW Heizleistung auch bei Kältethermostaten, kürzere Aufheizzeiten und keine Netzüberlastung. Die patentierte LAUDA Heizungsansteuerung minimiert die Rückwirkungen auf das Laborspannungsnetz. Außerdem kann die maximale Stromaufnahme bei Bedarf bis auf 10 A gesenkt werden.

Profibus

ist ein Bussystem mit hoher Signalübertragungsrate zum Anschluss von bis zu 256 Geräten und wird vor allem in der chemischen Industrie eingesetzt.

Proportionalkühlung (Kryomate, Prozessthermostate)

Die Kühlleistung wird entsprechend dem Reglersignal quasi proportional eingestellt. Dadurch ergeben sich bis zu 75 % Energieeinsparung gegenüber der Standardkühlung mit Kühlen und Gegenheizen. Zusätzlich schaltet die Kälteautomatik die Kältemaschine ganz aus, wenn längere Zeit keine Kühlung angefordert wird.

Prozessthermostate (Integral T, Integral XT)

sind Umwälzthermostate als Wärme-Kälte-Thermostate mit starken Kühl-, Heiz- und Pumpenleistungen. Kleine Flüssigkeitsvolumina ermöglichen schnelle Abkühl- und Aufheizgeschwindigkeiten, ideal bei verfahrenstechnischen Prozessen.

Schalldruckpegel

werden nach den in DIN EN ISO 11200 genannten Leitlinien und den dort zitierten Grundnormen gemessen.

Schnittstelle, analoge

dient zur Vorgabe des Temperatursollwerts bzw. zur Ausgabe von Temperatur-
werten oder anderer Größen in analoger Form meist als Normsignal mit Spannung (0…10 V) bzw. Strom (0/4…20 mA). Entsprechende LAUDA Schnittstellen sind konfigurierbar und skalierbar.

Schnittstelle, digitale

dient zum Austausch digitaler Daten, hauptsächlich Temperatursoll- und -istwerte. Die RS-232-Schnittstelle arbeitet seriell und stellt eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung dar. Das bedeutet, dass gleichzeitig nur zwei Teilnehmer über die Schnittstelle miteinander kommunizieren können. Die RS-485-Schnittstelle ist eine adressierbare Schnittstelle, an die bis zu 32 Teilnehmer mit eigener Adresse angeschlossen werden können.

Schutzart, IP

nach EN 60529. Die erste Kennziffer macht eine Aussage über den Berührungs- und Fremdkörperschutz, die zweite Kennziffer bezeichnet den Wasserschutz. Zum Beispiel IP 32:3 bedeutet Schutz gegen Berührung von im Inneren befindlichen, gefährlichen Teilen mit Werkzeug von größer/gleich 2,5 mm Durchmesser und bis 100 mm Länge. 2 bedeutet Schutz gegen Tropfwasser bei 15° Neigung. Die Beurteilung erfolgt nach EN 61010-1. Im LAUDA Programm erfolgt eine Schutzart-
Angabe nur für Prozessthermostate und Umlaufkühler.

SelfCheck Assistent (Proline, Integral XT)

Vor dem eigentlichen Betriebsstart werden alle Parameter und insbesondere auch
die Abschaltwege der Heizungsansteuerung geprüft. Das System zeigt nicht nur Alarm- oder Fehlermeldungen auf dem Display an, sondern macht auch auf Wartungsaufgaben, wie z. B. die Reinigung des Kühlgitters, aufmerksam.

Sicherheitsklassen

In Thermostaten können nicht brennbare oder brennbare Temperierflüssigkeiten zum Einsatz kommen. Die sicherheitstechnischen Anforderungen sind in DIN EN 61010-2-010 festgelegt. Nach DIN 12876-1 wird zwischen der Klasse I mit der Kennzeichnung NFL (Nonflammable) mit eingebautem Überhitzungsschutz ausschließlich für nicht brennbare Flüssigkeiten und der Klasse III mit der Kennzeichnung FL (Flammable) mit einstellbarem Übertemperaturschutz und Unterniveauschutz für brennbare Flüssigkeiten unterschieden.

SmartCool System (Proline)

Eine besondere Form der Proportionalkühlung in Kombination mit einem geregelten Ventilator.

Temperaturkonstanz

ist die Hälfte des Temperaturunterschieds zwischen der höchsten und niedrigsten Temperatur, die bei einem bestimmten Sollwert nach dem Erreichen eines stabilen Wertes innerhalb von 30 Minuten in einem Thermostaten gemessen wird. Die Angabe erfolgt bei 70 °C (mit Wasser) für einen Wärmethermostaten und bei -10 °C (mit Ethanol) für einen Kältethermostaten.

Ultra-Thermostate

sind Wärmethermostate als Bad-Umwälz-Thermostate oder reine Umwälzthermostate mit räumlich getrenntem Badteil und Kontrolleinheit. Dadurch ist eine Fernbedienung und Fernablesung möglich.

Umgebungstemperaturbereich

ist der zulässige Temperaturbereich der Umgebung, in dem das Gerät einwandfrei funktioniert. Er beträgt für alle LAUDA Geräte, die in diesem Gesamtprospekt enthalten sind, 5…35 °C. Ausnahme: Für die ECO, Integral und WK-Geräte ist die Obergrenze auf 40 °C erweitert. Dies ist im Hinblick auf Anwendungen im Industriebereich besonders wichtig.

Umlauf-Wärmetauscher

sind Zusatzkühler, die über einen Wärmetauscher einen vorhandenen Primärkühlkreis zur Kühlung unterschiedlicher Verbraucher nutzen.

Umlaufkühler (auch Umwälzkühler)

sind spezielle Kältethermostate als Umwälzthermostate ohne frei zugängliches Bad. Sie stellen wegen ihrer Bauform sowie Kühl- und Pumpenleistung eigenständige Geräte dar und werden oft als Ersatz für Leitungswasserkühlung eingesetzt.

Umwälzthermostat

ist ein Thermostat bei dem die Temperierflüssigkeit durch einen offenen oder geschlossenen, externen Kreislauf befördert wird.

Varioflexpumpe (Proline)

ist eine Druck-Saug-Pumpe mit 8 Pumpenleistungsstufen für den Anschluss an offene und geschlossene Kreisläufe. Durch ihren geringen Energieeintrag in das Bad ist das Arbeiten bei tiefsten Temperaturen möglich. Für Geräte mit höheren Bädern gibt es eine sehr leistungsstarke Ausführung als reine Druckpumpe. Einen zusätzlichen Sicherheitsvorteil bietet der patentierte Unterniveauschutz (DGM).

Variopumpe (ECO, Integral XT)

ist eine Druckpumpe, die auf unterschiedliche Leistungsstufen bezüglich Förderstrom und Förderdruck eingestellt werden kann. Dadurch ist eine optimale Anpassung an die entsprechende Applikation möglich.

Wärme-Kälte-Thermostat

ist ein Thermostat, dessen Arbeitstemperaturbereich oberhalb und unterhalb der Umgebungstemperatur liegt und der sowohl Heizen als auch Kühlen kann.

Wärmethermostat

ist ein Thermostat, dessen Arbeitstemperaturbereich oberhalb der Umgebungstemperatur liegt und der eine Heizung besitzt.

Wasserbad

ist ein Heizbad, das keine Pumpe zur aktiven Durchmischung besitzt und nur für die Verwendung mit Wasser vorgesehen ist.